Hessischer Bildungsserver / Kulturportal - für hessische Schulen

Schulprofil "Kultur'"

Zur Gestaltung des kulturellen Profils einer Schule gehört, dass Kunst und Kultur das gesamte Schulleben erkennbar prägen. Gefragt sind hier nicht nur die Initiativen und Bemühungen einzelner Lehrkräfte, sondern ein Schulentwicklungsprozess im Zeichen kultureller Bildung. Dieser Prozess setzt den Konsens und die gemeinsame Arbeit von Kollegium, Schulleitung und Elternschaft voraus.

Schulen mit kulturellem Profil zeichnen sich -neben den unter „Kultur als Schulprogramm“ erwähnten Aspekten- aus durch

  • geeignete Organisationsstrukturen, die die Spielräume (zeitlich, räumlich) für kulturelle Praxis deutlich erweitern bzw. phantasievoll neu gestalten

  • tragfähige Strukturen für gemeinsame Planung und konzeptionelle Arbeit

  • eine große Vielfalt kultureller Aktivitäten und Angebote

  • Förderung und Beratung bezogen auf individuelle künstlerische Interessen

  • die Förderung von kreativem Denken und Gestalten und sinnlich-anschaulichem Lernen in allen Fächern

  • konsequente Öffnung für Anregungen von außen: die Schulen suchen die Unterstützung, ggf. auch Mitarbeit der Eltern und sichern Kooperationen mit Künstlern und kulturellen Einrichtungen längerfristig ab durch Vereinbarungen

  • regelmäßige Weiterentwicklung, zusätzliche Qualifizierung der Lehrkräfte und Austausch mit Schulen vergleichbarer Profilbildung

  • durch einen erkennbaren Stellenwert innerhalb der kommunalen Kultur.

Beispiele in Hessen:

Ein gutes Modell für einen von der ganzen Schulgemeinde getragenen Entwicklungsprozess sind die 90 Musikalischen Grundschulen. In einem vom Kultusministerium und der Bertelsmann Stiftung geförderten Projekt entwickeln diese Schulen seit 2005 Konzepte für eine lebendige, phantasievolle Schule, die den Spaß an der Musik fördern, die kindliche Lernfreude stärken und das soziale Miteinander an der Schule verbessern will. Alle Musikalischen Grundschulen werden unterstützt durch ein elftägiges Fortbildungsprogramm für die schulischen Musikkoordinatoren und durch befristete Deputate für konzeptionelle Arbeit. Über 40 Schulen sind bereits zertifiziert, die übrigen können dies ab Herbst 2010 beantragen. Weitere Informationen auch unter www.bertelsmann-stiftung.de.

93 Schulen mit Schwerpunkt Musik bieten in der Sekundarstufe I durchgehend mehr Musikunterricht an. Sie unterstützen das Klassenmusizieren und die musikalische Ensemblearbeit. Wegen des erhöhten Personalbedarfs wird den meisten Schulen auf Antrag ein zusätzliches Deputat bis zu max. einer halben Stelle gewährt. Die Schulen mit Schwerpunkt Musik haben 2009 ein landesweit verbindliches Profil mit Qualitätsindikatoren entwickelt. 93 Schulen wurden auf dieser Basis neu zertifiziert. Unterstützt durch eine Landeskoordinatorin orientieren sich die beteiligten Lehrkräfte an diesem Leistungsanspruch. Sie bilden sich regelmäßig fort und tauschen ihre Erfahrungen und Ideen aus.

Schulen mit besonderer musikalischer Förderung verstärken die musikalische Praxis ihrer Schülerinnen und Schüler und stellen ihr besonderes Profil im Schulprogramm dar. Das Prädikat kann bei den Staatlichen Schulämtern beantragt werden und wurde in Hessen bisher 36 mal an Grundschulen und SI-Schulen verliehen.

KulturSchulen  ist ein Pilotprojekt an 5 Schulen der Sekundarstufe I, die ihr gesamtes Schulleben und Unterrichtshandeln zunehmend an den Prinzipien von Kreativität, Gestaltungskraft und sinnlich-anschaulichem Lernen orientieren wollen.

Die spezifisch kulturelle Bildung an KulturSchulen folgt dem Motto: „Eine Kunst für jeden!“ Ziel ist, dass jedes Kind und jeder, jede Jugendliche im Laufe einer Schullaufbahn Gelegenheit hat, alle Künste intensiv zu erleben, um dann eine Kunst für sich zu wählen, die für das eigene Leben (auch über die Schule hinaus) bedeutsam sein könnte.

Eine Vielfalt von Angeboten im kulturellen und künstlerischen Bereich und die persönliche Begegnung mit Künstlern und Kulturschaffenden soll den Schülerinnen und Schülern Vertrauen in ihre eigenen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten geben und ihnen den Zugang zum kulturellen Leben eröffnen.

KulturSchulen, die dieser Vision folgen, müssen Schulleben und Unterricht schrittweise nicht nur inhaltlich, sondern auch organisatorisch und strukturell verändern -ein hoher Anspruch, der die Unterstützung durch ein erfahrenes Fortbildungsteam und die Erprobung im zunächst kleinen Rahmen der fünf Schulen notwendig macht.

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