Hessischer Bildungsserver / Kulturportal - für hessische Schulen

Musik

 

Farbkreis
"Rhythmen und Töne dringen am tiefsten
in die Seele und
erschüttern sie
am gewaltigsten"  Platon
Schattenriss

 

Mehr zum Konzept "Musikalische Bildung als kulturelle Praxis"

Rhythmus ist das Leben selbst. Das wird niemand bestreiten. Aber der Überzeugung Sir Yehudi Menuhins: „Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen“, würden viele Erwachsene nicht sofort zustimmen. Was geht auf dem Weg vom Kleinkind zum Erwachsenen verloren und warum?
Sich selbst spielerisch auszudrücken in Sprache und Musik ist allen Kleinkindern noch auf unbefangene Weise eigen. Da diese Freude am Klang auch in der Entwicklung bis zum Jugendlichen begleitet und gepflegt werden muss, um nicht zu verkümmern, brauchen wir eine starke musikalische Bildung. Diese geht davon aus, dass jedem Kind der Zugang zur Musik ermöglicht werden soll. Dabei soll Musik den Kindern und Jugendlichen auf vielfältigste Weise näher gebracht werden.
Mit der Freude am genauen Hin-Hören auf Geräusche und Klänge kann alles beginnen. Mit dem Singen und dem Erlernen eines Instrumentes muss es weitergehen, damit junge Menschen das komplexe Medium Musik sinnlich erleben und zu ihrer eigenen Sache machen können. Denn über Klänge kann man nur etwas in Erfahrung bringen, wenn man selbst Klänge erzeugt. 
Seit 2009 unterstützt eine landesweite Koordination im Projektbüro Kulturelle Bildung (HKM)  die inhaltliche und organisatorische Vernetzung der hessischen Musikprojekte und -programme, die sich in den Unterpunkten darstellen.

Nicht nur intuitiv, sondern gestützt durch Forschungsergebnisse wissen wir, dass eine Verengung des Bildungsbegriffs auf das vorwiegend kognitive Lernen unsere Kinder und Jugendlichen verarmen ließe. Das Erkennen muss sich mit dem Erleben, der sinnlichen Erfahrung verbinden. Was berührt, hinterlässt Spuren. Der ästhetische Prozess öffnet den Blick für die eigenen Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, für eine andere Sicht auf die Welt und ein neues Selbst-Bewusstsein.
In gemeinsamen Produktionen, im Schulorchester, in der Musicalaufführung, in thematischen Abenden mit Neuer Musik erleben Kinder und Jugendliche, dass sie selbst - allein und mit anderen - etwas gestalten können. Das macht Mut. Vielleicht unterstützt diese Erfahrung auch in anderen Bereichen den Wunsch, kreativ einzugreifen und unsere Lebenswelt mit zu gestalten. "Phantasie", sagt Einstein, " ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt".

Nach Prof. Jank (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/M) dient der „Musikunterricht der Förderung des Bedürfnisses, der Lust und der Fähigkeiten, sich musikalisch auszudrücken, für sich selbst Musik sinnvoll zu nützen und Musik aus dem eigenen Kulturkreis und aus der Vielfalt der Kulturen der Welt zu verstehen“.

Damit die Lust an der Musik bleibt, brauchen Kinder in der Schule eine Vielfalt von Anregungen und qualifizierten Hilfestellungen, die sie bis zum Schulabschluss begleiten. In der Schulzeit muss es gelingen, eine Basis für die Teilhabe an musikalischer Kultur zu legen, auch der fremden oder irritierenden.
Mitmach-Konzerte für Kitas, die Musikalisierung einer ganzen Grundschule und die Möglichkeit, ein Instrument eigener Wahl zu erlernen und in verschiedenartigen Ensembles gemeinsam musizieren zu dürfen, sind unschätzbare Bausteine auf dem Weg zu einer ganzen Persönlichkeit.
Das Land Hessen unterstützt Profilbildungen mit Musik in der Grundschule und der Sekundarstufe, die zertifiziert und evaluiert werden. Diese eröffnen vielen Kindern - über den Regelunterricht hinaus - die Möglichkeit zu einer vielseitigen musikalischen Bildung.
Darüber hinaus fördert das Kultusministerium eine ganze Reihe flankierender Projekte, in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium, den Musikschulen, der Hochschule und anderen Institutionen, freien Anbietern und Musikern, die den Unterricht und das Schulleben bereichern. Dabei spielt die Unterstützung durch Stiftungen eine zunehmend wichtige Rolle.

In den sich etablierenden  Ganztagskonzepten haben vielfältige künstlerische Aktivitäten Platz, die die geringen Stundenanteile des Regelunterrichts sinnvoll ergänzen können. Diese müssen sowohl fachlich wie strukturell sehr gut mit den gewählten externen Anbietern abgestimmt sein, was für beide Seiten eine gute Kommunikation und ein professionelles Steuerungswissen voraussetzt.

Dabei sollen auch fachnah und fachfremd Unterrichtende in den Grundschulen in Musik durch Fort- und Weiterbildungsangebote an den Schulämtern, der Landesakademie und der Verbände innerhalb der Projekte so weit qualifiziert werden, dass sie erfolgreich mitarbeiten können.